Veidah 2019/5779

Montag 14.01.2019Am Montag, dem 14.1 machten sich Yeffi (unser Mazkir),  Mascha( unsere Co-Mazkira) und  Sima (unsere Bundesfreiwilligendienstlerin/Movementwork) auf den Weg zur Netzer Veidah 2019!!

Montag 15.01.2019
Der Eröfnungstag den Veidah 2019 ist da! Nachmittags ging es endlich los.
Das Thema der Veidah „Diversity“ wurde angekündigt und nach einer Kennen lern Runde angeleitet von Netzer Germany ging es auch schon mit der ersten Peola los. Die Peola wurde von Coling Bulka durchgeführt. Colin beschäftigte sich mit uns in der Session mit dem Thema Ideologie und Diversität innerhalb einer zionistischen Jugendbewegung. So waren wir in der Lage uns über die verschiedenen Auffassung und dem Verständnis von Ideologie in jedem Sniff auszutauschen. Nach der Peola kam auch schon das große Highlight des Tages, die feierliche Eröffnung der Veidah und die 40 Jahre Netzer Feier. Auf dem Dach von Beit Shmuel, mit Blick auf die Altstadt Jerusalems, feierten wir gemeinsam mit vielen Netzer ehemaligen das Bestehen von Netzer mit einem leckeren Abendessen, einem lauten Birkat Hamazon und einer abschließenden Bondingsession von Netzer Colonia Cipi aus Brasilien.

Dienstag 16.01.2019
Der zweite Tag der Netzer Veidah ging direkt mit der ersten Assepha los! Nach anfänglichem durcheinander über die Prozedur der Netzer Veidah, da sie für die meisten ungewohnt war, kam die Assepha ins Laufen und es wurde über die ersten Anträge diskutiert. Dabei handelte es sich um Anträge zu einer Ergänzung der Ideologie Plattform(LJY Netzer) und einer Adaption einer Antisemitismusdefinition (Netzer Germany).  Zu einer Abstimmung sollte es jedoch nicht mehr in dieser Assepha kommen, so dass die Abstimmung auf die nächste Assephasitzung am nächsten Tag verschoben werden musste. Für den 16.1. hatte das Netzer Olami Büro einen langen spannenden Ausflugstag für die Teilnehmenden organisiert und so ging es nach der Assepha direkt in Bus und ab nach Tel Aviv! In Tel Aviv erwartete uns zuerst eine Tour durch das Museum „Bet Hatzufsot- Museum of the Jewish People“. Nach dem Museum ging es für uns nach Süd Tel Aviv für eine kulinarische Tour durch verschiende Restaurants von Migranten*inen aus aller Welt die in Israel leben und arbeiten. Von philippinische, über eritreische, chinesische bis zu Sudanischer Küche kam nichts kurz und die meisten von uns probierten in jedem Restaurant etwas komplett neues aus und hörten dazu die schwierigen Geschichten der Menschen die hinter dem Restaurant stehen und mit welchen Problemen sie zu kämpfen haben, in ihrem Herkunftsland und auch in Israel. 

Nachdem wir satt und reich an neuem Wissen waren, machten wir uns wieder auf den Rückweg nach Jerusalem. Und ratet mal, was wir miterleben durften? Es hat GESCHNEIT!!! Sowas ist in Israel nun wohl wirklich eine Seltenheit. Einige von uns haben sich deshalb nach Ende des Programms auf den Weg zur Kotel gemacht, in der Hoffnung Schnee zu sehen… Leider war es nur nass. Dennoch war es ein schöner Moment an der Mauer zu sein.

Um den Tag abzuschließen, haben Netzer Holland und Netzer Brasilien für uns ein sehr lustiges Laila Tov Programm vorbereitet. Wir haben ein für Netzer Deutschland bekanntes Spiel „Netzer ist the very best“ und „Ich packe meinen Koffer“ auf holländisch gespielt. 

Mittwoch 17.01.19

Unser Tag hat mit einem wunderschönen und spirituellen Ma’amad (Alternativ-Gottesdienst) von LJY-Netzer gestartet. Wir haben neue Lieder und neue Melodien zu Gebeten, die wir schon kannten gelernt, die wir bei uns nun auch gerne einführen wollen. 

Danach hat uns Eyal (Vizepräsident der WUPJ) ein wenig über die WUPJ erzählt und welche Rolle sie für Netzer Olami spielt. 

Unsere 2. Assepha hat begonnen. Selbstverständlich duften hitzige Diskussionen nicht fehlen, was sehr wichtig ist, denn wir beschließen auf der Netezr Veida Olamit immerhin Dinge, die international geltend sein sollen. Hierbei muss man immer berücksichtigen, dass wir alle aus verschiedenen Ländern, Kulturen und politischen Umfeldern kommen, weshalb ein Austausch von besonderer Bedeutung ist. 

Danach haben wir eine kleine Pause eingelegt, um etwas den Kopf mit ein wenig Spaßprogramm abzulenken. Alle zusammen haben für eine tolle Stimmung gesorgt. 

Am Nachmittag, hatten wir eine Tour durch das ultraorthodoxe Viertel Mea Shearim, wo das Ziel ein besseres Verständnis für die Kultur, für die Probleme dieser Menschen und deren Ansichten auf die Religion zu liefern. Die Meinungen hatten der einzelnen Teilnehmer der Veida gingen am Abend ein wenig in verschiedene Richtungen. Manche waren von der Tour sehr positiv überrascht, manche weniger, manche waren schockiert und brauchten ein wenig Zeit um die erlangen Informationen zu verarbeiten. 

Nach dem Abendessen hatten wir noch eine kurze Peula über das Thema „Diversity“, in der wir uns durch eine Aktivität Gedanken machen sollten, wie wir in unseren einzelnen Snifim mit diesem Thema umgehen und wie wir dies praktisch umsetzen (speziell auf Machanot).

Freitag 18.01.19

So schnell war es schon Freitag. Bevor wir unsere Freizeit antreten durften, um vor Ladenschluss um spätestens 15:00 noch einzukaufen, den Markt zu erleben oder uns einfach etwas auszuruhen, starteten wir Asepha #3. Auch hier wurde selbstverständlich viel besprochen, diskutiert und argumentiert. Dazu muss man jedoch sagen, dass wir uns alle der Meinung waren, dass wir während der Besprechungen der einzelnen Anträge immer versucht haben an einem Strang zu ziehen und haben die Anträge versucht diese so zu formulieren, dass jeder Snif sie in irgendeiner Art und Weise anwenden kann, ohne auf grundlegende Probleme zu stoßen. 

Nach Abschluss der Asepha, hatten wir einen sehr interessanten und aktiven Workshop mit „Gesher“. Hierbei haben wir uns anhand von verschiedenen Statements, die zu verschiedenen Regelungen, die vor Allem Israel betrafen, positioniert und sehr viel darüber diskutiert und ausgetauscht. Es war sehr interessant im Zusammenhang mit unserem Veida Thema „Diversity“ zu sehen, wie verschieden Meinungen und Sichtweisen sein können und wie sich daraus eine lehrreiche Konversation entwickeln kann.

Und nun hieß es Mittagessen! 

Nachdem alle sich hübsch gemacht haben, ging es zu Kol Haneshama, einer Reformsynagoge in Jerusalem. Dort hat uns Rodrigo mit einer Mini Peola  für den Einklang zum Shabbat begrüßt. Das besondere war, dass wir die ganze Zeit still waren um uns wirklich auch mental auf Shabbat vorbereitet haben. Nach einem kleinem Ausflug auf das Dach der Synagoge und einer Fotosession mit dem schönsten Sonnenuntergang, ging es zum Gottesdienst. Dieser war sehr besonders, da wir teilweise Lieder auf Ladino („Judenspanisch“, wurde früher von Sephardischen Juden gesprochen) gesungen haben. Zurück in Beit Shmuel ging es nach einem leckeren Dinner zum Oneg Shabbat, der von RSY geleitet wurde. Nach strengen Kontrollen wurden wir rein gelassen und spielten in Gruppen ein Quiz, welches unser Wissen in verschiedenen Bereichen testete.

Dadurch, dass in den Asephot viel diskutiert wurde kamen wir mit den Beschlüssen nur langsam voran. Deswegen entschieden alle zusammen eine Mitternacht Assefa zu machen, welche sich als produktivste herausstellte.

Samstag 19.01.19

Nach dem Frühstück starteten wir mit dem Shacharicht geleitet von Noar Telem. Es gab eine wunderschöne Thoralesung. Für die Alliyot wurden Fragen gestellt, die passend zur Parasha waren und alle Leute, die sich dementsprechend gefühlt haben, sind aufgestanden. Zum Ende hin haben wir in einer Chevruta (traditionelle Art Talmud zu lernen) über den Wochenabschnitt diskutiert (Netzer Australien). 

Nachmittags hat Orit (Shnat Directorin) über das neue Shnat Programm -Shnat 2020- gesprochen. Dies beinhaltet Zusammenleben in der Etgar-Flat und interessante Kurse in Jerusalem, Freiwilligen Arbeit und ideologisch leben in Haifa und einen optionalen Teil, in dem jede*r für sich selbst entscheiden kann, was die Person machen will. Man kann zum Beispiel auf Machanot von anderen Sniffim als Madrich*a fahren oder beim Roten Kreuz (Magen Adom) aushelfen. Bei dem neuem Programm geht es vor allem darum, dass die Personen einen echten Bezug zu Israel bekommen und auch als Individuen an sich wachsen und Lifeskills lernen. Es ist sehr wichtig, dass so viele Leute wie möglich aus den verschiedensten Sniffim kommen um das Erlebnis jedes Einzelnen umso besser zu machen. (Wenn ihr 18 Jahre alt seid und bald mit der Schule fertig seid, YALLA! Worauf wartet ihr! Jwww.shnatnetzer.org.il Bei Fragen oder Hilfe könnt ihr euch gerne bei uns melden). Anschließend gab es eine Session von Lior(Head of Netzer) über die WUPJ. Sie erklärte wie die WUPJ aufgebaut ist, wie sie versuchen den einzelnen Sniffim zu helfen und welche Aufgaben, die auf dieser Veida zum ersten Mal neu gewählte Netzer Mazkira Niki, haben wird. Im Anschluss daran gab es eine Siesta, in der Leute sich vom Programm ausruhen oder über die Dächer Jerusalems laufen konnten.

Darauf folgend waren alle Teilnehmer der Veida auf ihrem ersten NFTY Event. Die Repräsentanten*innen erklärten auf unterhaltsame Weise wie NFTY aufgebaut ist und nach welchen Prinzipien sie ihre Programme gestalten. Schließlich ging es an die letzte Asepha. Die ganzen Beschlüsse von der Veida werden wir sobald wir sie bekommen übersetzen und auch auf unserer Homepage veröffentlichen.

Am Abend hatten wir eine bedeutende Havdala geleitet von FSU. Wir stellten uns Fragen, wie wer weise, stark, respektiert und reich ist, von den Pirke Avot (Sprüche der Väter) und beantworteten diese in kleinen Gruppen, worauf hin wir die Gebete sangen.

Dadurch, dass es unser letzter Abend war ging es nach dem Feedback über die Woche zu einem Abschiedsdinner, welches sehr schön war.

Sonntag 20.01.19

Der letzte Tag der Reise war angebrochen. Nachdem alle ihre Zimmer verlassen haben, fing der Tag mit einer Boker Tov Session, geleitet von Netzer Südafrika, an. Dort haben wir neben ein paar Yoga-Übungen auch schöne neue Lieder gelernt, die wir hoffentlich bald auch auf unseren Machanot singen werden. Hiernach gab es eine interessante Peola von Dana Sharon, die für IRAC (Israel Religious Action Center) arbeitet. IRAC setzt sich für die Interessen der Israelischen Bewegung im progressiven Judentum ein. Sie hat uns echte Fälle vorgelesen bei denen wir entscheiden sollten ob den Personen erlaubt war Alliya zu machen. Oft lagen wir falsch mit unseren Vermutungen.  Daraufhin kam unsere letzte Session von Dekel Houmash, welche über Arzenu mit uns sprach. Arzenu gibt Juden*inen die Möglichkeit aus der Diaspora an der Politik Israels mitzubestimmen. Sie regte uns dazu an in unseren Ländern aktiv zu werden. Damit endete der Inhaltlich Teile.

Nach dem Essen machten sie dann alle langsam auf dem Rückweg zurück zu ihren Sniffim und im Gepäck hatte man viele interessante Gedanken und Anmerken, Motivation etwas zu verändern, das Gefühl zu etwas ganz besonderem zuzugehören und natürlich neue tolle Melodien und Spiele.

Auf unserer Instagramseite könnt ihr unter den Highlights Videos und Fotos von der Veidah sehen:  https://www.instagram.com/netzergermany/?hl=de

Mascha:

Es war mein erstes Mal Teilnehmerin bei der Veida zu sein, was für mich sehr besonders war. Ich habe immer schon viel darüber gehört, auch schon als ich noch kleiner war und noch als Chanicha zum Machane mitgefahren bin, aber ich konnte mir nie vorstellen wie wichtig und lehrreich es sein wird.

Ich werde versuchen das Maximum an neuem Wissen, sei es Leitfäden, Musik oder irgendetwas anderes, in Netzer Deutschland einzubringen. 

Was mich besonders begeistert hat, ist, dass wir alle aus so unterschiedlichen Ländern kommen und trotz Allem so viele Werte teilen. Ich denke das ist, was Netzer als weltweite Jugendbewegung so besonders macht. Wir sind EINS! 

Sima:

Diese Veida war das erste Mal, dass ich wieder in Israel war, nach Shnat. Die Möglichkeit wieder bei einer Netzer Veranstaltung teilzunehmen machte meine Wiederkehr um einiges leichter. Ich habe so viele neue Eindrücke mitgenommen, super nette Menschen aus der ganzen Welt getroffen, Unterhaltungen geführt über Themen, die uns alle bewegen, Lieder gesungen, getanzt und einfach Spaß gehabt. 

Die Veida ermöglichte mir die Augen zu öffnen und noch mehr wertzuschätzen was es heißt ein Teil von Netzer Olami zu sein.

Yefi:

Die Veidah Olamit 2019 war für mich eine Veidah des Zusammenkommens und des Lernens und reflektieren.

Durchgehend hatte man das Gefühl, das die sniffim sich gegenseitig unterstützen wollen und auch auf persönlicher Ebene hatte ich das Gefühl das alle sehr vertrauensvoll miteinander umgingen.

Ich glaube das Konzept der diesjährigen Veidah war maßgeblich verantwortlich für den Erfolg und sollte so auch in der Zukunft weiter so umgesetzt und verbessert werden.